31,1 °C und 73,8 bar: der überkritische Punkt
Oberhalb von 31,1 °C und 73,8 bar hört Kohlendioxid auf, zwischen flüssig und gasförmig zu unterscheiden. Es dringt ein wie ein Gas und löst wie eine Flüssigkeit.
Genau diese Doppeleigenschaft macht das Verfahren interessant. Und weil sich beide Zahlen einstellen lassen, lässt sich auch steuern, was gelöst wird und was zurückbleibt.
Diese Seite erklärt den überkritischen Zustand, zeigt was die beiden Stellgrößen bewirken, und ordnet ein, warum «CO₂-extrahiert» auf einer Verpackung weniger aussagt, als es klingt.
⚠️ Rahmen. Diese Seite beschreibt ein Verfahren und was sich an Dokumenten überprüfen lässt. Sie beschreibt nicht, was ein Produkt bei einer Person bewirkt, nennt keine Mengen und ersetzt keine Fachperson.
Was der überkritische Zustand ist
Die beiden Zahlen
31,1 Grad Celsius und 73,8 bar. Oberhalb beider Werte gleichzeitig existiert die Grenze zwischen Flüssigkeit und Gas nicht mehr.
Was dabei verschwindet
Die Phasengrenze. Es gibt keine Oberfläche mehr, an der das eine aufhört und das andere anfängt.
Was übrig bleibt
Ein Zustand mit der Dichte einer Flüssigkeit und der Beweglichkeit eines Gases. Beides zugleich und nicht abwechselnd, was den entscheidenden Unterschied ausmacht.
Warum das nützlich ist
Weil ein Lösungsmittel beides braucht: es muss ins Material eindringen und darin etwas lösen können.
Warum ausgerechnet Kohlendioxid
Der niedrige überkritische Punkt
31,1 Grad sind wenig. Viele Stoffe erreichen ihren überkritischen Zustand erst bei Temperaturen, die das Material zerstören würden.
Die Rückstandsfreiheit
CO₂ verflüchtigt sich beim Druckabbau vollständig. Es bleibt nichts zurück, was man später entfernen müsste.
Die Verfügbarkeit
Es ist billig, nicht brennbar und in Lebensmittelqualität erhältlich. Drei praktische Gründe, die zusammen den Ausschlag geben.
Die Rückgewinnbarkeit
Es lässt sich im Kreislauf führen und wiederverwenden. Der Verbrauch pro Durchgang ist gering.
Die beiden Stellgrößen
Der Druck
Er bestimmt die Dichte. Höhere Dichte löst mehr, aber auch unselektiver.
Die Temperatur
Sie beeinflusst sowohl die Dichte als auch die Löslichkeit der Zielstoffe. Beide Effekte wirken gegenläufig.
Warum beide zusammen wirken
Jede Kombination aus Druck und Temperatur ergibt ein anderes Lösungsverhalten. Das Verfahren ist eine Fläche, kein Punkt.
Was daraus folgt
Dass «CO₂-extrahiert» sehr verschiedene Ergebnisse beschreiben kann. Die Angabe nennt das Werkzeug, nicht die Einstellung.
Was sich damit gezielt trennen lässt
Die Terpene zuerst
Bei niedrigem Druck lösen sich vor allem die leichten, flüchtigen Stoffe. Ein erster Durchgang kann sie separat gewinnen.
Die Cannabinoide danach
Bei höherem Druck folgt der Hauptteil. Er lässt sich als eigene Fraktion auffangen.
Die Wachse zuletzt
Sie brauchen die höchste Dichte. Wer sie nicht will, fährt darunter und spart sich damit den späteren Kälteschritt.
Warum das der eigentliche Vorteil ist
Weil ein einziges Lösungsmittel mehrere Fraktionen nacheinander liefert. Kein anderes Verfahren kann das ohne Wechsel des Mittels.
Das unterkritische Verfahren
Was gemeint ist
Ein Betrieb unterhalb des überkritischen Punkts, meist bei niedrigerem Druck und tieferer Temperatur.
Was es besser macht
Es schont die flüchtigen Anteile. Für ein aromareiches Extrakt ist es der geeignetere Weg.
Was es schlechter macht
Die Ausbeute ist deutlich niedriger und der Vorgang dauert länger. Beides schlägt auf den Preis.
Warum beide kombiniert werden
Ein unterkritischer Durchgang für die Terpene, ein überkritischer für den Rest. Anschließend wird zusammengeführt.
Was das Verfahren nicht leistet
Es trennt keine Cannabinoide
CBD und THC lösen sich ähnlich. Die Anreicherung betrifft beide, und die Grenzwertfrage bleibt bestehen.
Es entfernt keine Schwermetalle
Sie sind nicht in CO₂ löslich und bleiben im Pflanzenmaterial. Das ist gut — aber es macht die Ausgangsware nicht besser.
Es entfernt keine Pestizide
Manche lösen sich sogar mit. Ein Extrakt kann eine Belastung anreichern, die in der Blüte unauffällig war.
Es macht keine schlechte Ernte gut
Wie jedes Trennverfahren ist es durch die Ausgangsware begrenzt. Es konzentriert, was da ist, und fügt nichts hinzu, was nicht schon vorher in der Pflanze war.
Der Vergleich mit anderen Lösungsmitteln
Gegen Ethanol
Ethanol löst mehr auf einmal, auch Chlorophyll und Wachse. Es ist schneller und weniger selektiv.
Gegen Kohlenwasserstoffe
Sie liefern hohe Ausbeuten und ein volles Aromaprofil, hinterlassen aber Rückstände, die entfernt und gemessen werden müssen.
Gegen die mechanische Pressung
Sie kommt ohne Lösungsmittel aus und braucht deshalb kein Rückstandspanel. Dafür ist die Ausbeute niedriger.
Was die Wahl tatsächlich entscheidet
Anlagenkosten, Durchsatz und Zielprodukt. Es ist eine betriebswirtschaftliche Entscheidung, keine Rangfolge.
Warum «CO₂-extrahiert» als Gütesiegel schwach ist
Weil es das Werkzeug nennt
Nicht die Einstellung, nicht die Fraktion, nicht die Nachbehandlung. Drei Angaben fehlen.
Weil es keine Reinheit belegt
Ein schlecht geführter CO₂-Prozess liefert ein schlechteres Extrakt als ein gut geführter mit einem anderen Mittel.
Weil es die Ausgangsware nicht beschreibt
Die wichtigste Variable steht vor dem Verfahren. Sie taucht in der Angabe nicht auf.
Was es trotzdem sagt
Dass kein Lösungsmittelrückstand zu erwarten ist. Das ist eine reale Aussage, und sie ist die einzige.
Die vier Fragen, die die Angabe ergänzen
Ob ein Schleppmittel eingesetzt wurde
Die wichtigste der vier, weil sie das Hauptargument des Verfahrens auf die Probe stellt. Eine Ja-Nein-Frage mit klarer Folge.
Welche Fraktion vorliegt
Ob ein einzelner Durchgang oder eine Mischung mehrerer. Sie erklärt Aroma und Gehalt zugleich.
Welche Nachbehandlung folgte
Decarboxylierung, Winterisierung, Destillation. Jeder Schritt prägt das Endprodukt mindestens so stark wie die Extraktion.
Was im Panel steht
Cannabinoide, Kontaminanten und gegebenenfalls Lösungsmittel, mit Chargennummer. Die einzige Antwort, die sich nachlesen statt erfragen lässt.
Was das Zertifikat zeigt
Die vier Cannabinoidwerte
CBD und CBDA getrennt, THC und THCA getrennt. Erst die getrennte Angabe erlaubt die korrekte Summe.
Das Lösungsmittelpanel
Bei einem reinen CO₂-Verfahren sachlich entbehrlich. Sobald ein Schleppmittel eingesetzt wurde, ist es wieder nötig.
Die Kontaminanten
Schwermetalle und Pestizide mit Grenzwert und gemessenem Wert. Bei Konzentraten die wichtigste Zeile.
Die Chargennummer
Die Verbindung zwischen Dokument und Ware. Ohne sie beschreibt das Zertifikat irgendetwas.
Das Schleppmittel und was es ändert
Was gemeint ist
Ein kleiner Anteil eines zweiten Lösungsmittels, meist Ethanol, der dem CO₂ zugesetzt wird.
Warum es eingesetzt wird
Es erhöht die Ausbeute polarer Bestandteile deutlich. Ohne es bleibt ein Teil im Material zurück.
Was es kostet
Die Rückstandsfreiheit. Ab diesem Punkt ist ein Lösungsmittelpanel wieder erforderlich.
Warum das selten dabeisteht
Weil es das Hauptargument des Verfahrens schwächt. Die Frage danach lohnt sich.
Der rechtliche Blickwinkel
Die Konzentration wandert mit
Was in der Pflanze unter der Grenze lag, kann im Extrakt darüber liegen. Der Anreicherungsfaktor ist hier besonders hoch.
Die korrekte Summe
Delta-9-THC plus THCA multipliziert mit 0,877. Der Faktor entsteht daraus, dass THCA beim Erhitzen ein CO₂-Molekül verliert und dabei leichter wird.
Warum die Wärme hier mitspielt
Der Prozess läuft oberhalb von 31 Grad, und die Nachbehandlung oft deutlich darüber. Ein Teil der Umwandlung findet statt.
Wo die Regeln stehen
Auf der Seite zur Rechtslage in Deutschland, mit den zugehörigen amtlichen Quellen.
Was der Preis hier misst
Die Anlage
Druckbehälter für über 70 bar sind teuer in Anschaffung und Wartung. Es ist der größte Posten.
Den Durchsatz
Ein Durchgang dauert Stunden. Die Anlagenzeit pro Kilo ist ein realer Kostenfaktor.
Die Fahrweise
Mehrere Fraktionen nacheinander kosten mehr Zeit als ein einzelner Durchgang. Selektivität hat einen Preis.
Was er nicht misst
Den Gehalt. Erst die Division Preis durch Gesamtmilligramm macht zwei Angebote vergleichbar, und dafür braucht man das Zertifikat.
Wie ein Durchgang praktisch abläuft
Die Vorbereitung
Das Pflanzenmaterial wird zerkleinert und getrocknet. Restfeuchte stört den Vorgang und senkt die Ausbeute.
Die Beladung
Der Extraktor wird gefüllt und verschlossen. Die Packungsdichte entscheidet mit darüber, wie gleichmäßig das Lösungsmittel durchströmt.
Der Durchlauf
CO₂ wird verdichtet, erwärmt und durch das Material geführt. Es nimmt auf, was bei dieser Einstellung löslich ist.
Die Abscheidung
In einem zweiten Behälter wird der Druck gesenkt. Das CO₂ wird wieder gasförmig und lässt den Extrakt zurück.
Warum die Abscheidung der elegante Teil ist
Der Phasenwechsel erledigt die Trennung
Kein Verdampfen, kein Erhitzen, kein Abdestillieren. Ein Druckabbau genügt.
Warum das die Aromastoffe schont
Weil keine zusätzliche Wärme nötig ist, um das Lösungsmittel loszuwerden. Bei anderen Verfahren ist genau dieser Schritt der verlustreichste.
Warum der Kreislauf sich schließt
Das freigesetzte CO₂ wird erneut verdichtet und wiederverwendet. Der Verbrauch pro Durchgang bleibt klein.
Was daraus folgt
Dass die Rückstandsfreiheit nicht durch einen Reinigungsschritt entsteht, sondern durch die Physik des Lösungsmittels selbst.
Was nach der Extraktion noch kommt
Die Decarboxylierung
Ein Wärmeschritt, der die Säureformen in die neutralen überführt. Er verschiebt die Verteilung zwischen CBDA und CBD, nicht die Summe.
Die Winterisierung
Ein Kälteschritt gegen Wachse, falls sie mitextrahiert wurden. Bei geschickter Fahrweise entfällt er.
Die Destillation
Ein weiterer Reinigungsschritt für sehr hohe Gehalte. Er kostet Terpene und Nebencannabinoide.
Warum das zählt
Weil das Endprodukt von diesen Schritten mindestens so stark geprägt wird wie von der Extraktion selbst. Die Angabe auf der Verpackung nennt nur den ersten.
Ein kurzes Glossar
Überkritischer Punkt
Die Kombination aus Temperatur und Druck, oberhalb derer ein Stoff nicht mehr zwischen flüssig und gasförmig unterscheidet. Bei CO₂ liegt sie bei 31,1 °C und 73,8 bar — beide Werte müssen gleichzeitig überschritten sein, und die niedrige Temperatur ist der Grund, warum sich das Verfahren für hitzeempfindliche Stoffe überhaupt eignet.
Schleppmittel
Ein zweites Lösungsmittel in kleiner Menge, meist Ethanol, das die Ausbeute polarer Bestandteile erhöht. Sein Einsatz macht ein Lösungsmittelpanel wieder erforderlich und kostet damit genau die Rückstandsfreiheit, mit der das Verfahren wirbt.
Decarboxylierung
Der Wärmeschritt, der die Säureformen in die neutralen überführt. Er verschiebt die Verteilung zwischen CBDA und CBD, ohne die Summe zu verändern.
Fraktion
Ein Teilstrom, der bei einer bestimmten Einstellung aufgefangen wird. Beim CO₂-Verfahren lassen sich mehrere nacheinander gewinnen und später beliebig mischen — das Endprodukt ist dann eine Rezeptur, keine einzelne Extraktion.
Unterkritisch
Ein Betrieb unterhalb des überkritischen Punkts. Er schont die flüchtigen Anteile, liefert aber deutlich weniger Ausbeute und dauert länger.
Abscheidung
Der Schritt, in dem der Druck gesenkt wird und das CO₂ gasförmig entweicht. Er trennt Lösungsmittel und Extrakt ohne zusätzliche Wärme.
Charge
Ein Produktionsdurchgang. Das Zertifikat gilt für die Charge, nicht für das Verfahren — und schon gar nicht für die Einstellung, mit der es gefahren wurde.
Die fünf Prüfungen, die für jedes Produkt gelten
Das Chargenzertifikat
Mit der Nummer von der Verpackung anfordern. Ein allgemeines Dokument für die Produktlinie gilt nicht für diese Charge, und genau die Unterschiede soll es festhalten.
Das Gesamt-THC
Delta-9-THC plus THCA multipliziert mit 0,877, weil THCA bei Wärme zu THC wird und die Grenze für die Summe gilt, nicht für einen der beiden Werte.
Der Preis pro Milligramm
Eine Division, keine Meinung. Die einzige Größe, die zwei beliebige Produkte vergleichbar macht, unabhängig von Format, Verfahren und Verpackungsgröße.
Die Angaben
Ohne Zulassungsnummer im EU-Register sind es Behauptungen, keine Daten — und für Cannabidiol steht dort bis heute kein einziger zugelassener Eintrag.
Die Angaben des Verkäufers
Firmenname, Adresse und Kontakt. Fehlen sie, fehlt auch die Gegenseite, an die man sich wenden könnte, falls sich herausstellt, dass etwas nicht stimmt.
Wie das mit dem Rest zusammenhängt
Mit der Ethanolextraktion
Beide sind Lösungsmittelverfahren mit verschiedener Selektivität. Der Vergleich läuft über Ausbeute gegen Reinheit.
Mit der Winterisierung
Wer die Wachse gar nicht erst mitextrahiert, spart sich diesen Schritt. Die Fahrweise entscheidet darüber mit.
Mit dem Grenzwert
Ein hoher Anreicherungsfaktor macht die Summenrechnung hier besonders wichtig.
Mit dem Zertifikat
Alles endet dort: Chargennummer, Datum, Cannabinoide, Kontaminanten. Die Prozesseinstellung steht auf keinem Analysebericht.
Was man damit praktisch anfängt
Beim Lesen einer Verpackung
«CO₂-extrahiert» als Aussage über Rückstandsfreiheit lesen und sonst nichts. Für den Rest gibt es Fragen.
Beim Nachfragen
Ob ein Schleppmittel eingesetzt wurde. Es ist die eine Frage, die das Hauptargument des Verfahrens prüft.
Wenn man es nur verstehen will
Dass zwei Zahlen einen Zustand definieren, in dem ein Stoff eindringt wie ein Gas und löst wie eine Flüssigkeit.
Was diese Seite veröffentlicht
Verfahren, überprüfbare Dokumente und Rechenoperationen. Keine Wirkungsversprechen — dafür gibt es im EU-Register keinen einzigen zugelassenen Eintrag.
Häufige Fragen
Was bedeutet überkritisch? Oberhalb von 31,1 °C und 73,8 bar verschwindet bei CO₂ die Grenze zwischen flüssig und gasförmig. Der Stoff dringt dann ein wie ein Gas und löst wie eine Flüssigkeit.
Ist CO₂-Extraktion sauberer als andere Verfahren? Sie hinterlässt keinen Lösungsmittelrückstand, sofern kein Schleppmittel eingesetzt wurde. Über Reinheit im weiteren Sinn sagt sie nichts — das entscheidet die Ausgangsware.
Warum steht «CO₂-extrahiert» auf so vielen Produkten? Weil es gut klingt und eine reale Aussage enthält. Es nennt allerdings nur das Werkzeug, nicht die Einstellung, die Fraktion oder die Nachbehandlung.
Was ist ein Schleppmittel? Ein zweites Lösungsmittel in kleiner Menge, meist Ethanol, das die Ausbeute erhöht. Sein Einsatz kostet genau die Rückstandsfreiheit, mit der das Verfahren wirbt.
Entfernt das Verfahren THC? Nein. CBD und THC lösen sich ähnlich, beide reichern sich gemeinsam an. Die Grenzwertfrage bleibt vollständig bestehen.
Warum bleibt kein Rückstand zurück? Weil das CO₂ beim Druckabbau von selbst gasförmig wird. Es braucht keinen Reinigungsschritt — die Trennung erledigt der Phasenwechsel, und genau das schont die Aromastoffe.
Können zwei CO₂-Extrakte völlig verschieden sein? Ja, auch aus derselben Anlage und derselben Ernte. Druck, Dauer und Anzahl der Fraktionen verschieben die Zusammensetzung stark, und die Verfahrensangabe unterscheidet sie nicht.
Woher stammt das Verfahren? Aus der Lebensmittelindustrie, wo es seit Jahrzehnten für Entkoffeinierung und Hopfenextrakt eingesetzt wird. Die Technik ist gut beschrieben — gut geführt wird sie deshalb nicht automatisch.
Warum dieselbe Anlage sehr verschiedene Produkte liefert
Über den Druck
Eine niedrige Einstellung ergibt ein aromareiches, gehaltsärmeres Extrakt. Eine hohe ergibt das Gegenteil.
Über die Zeit
Ein kurzer Durchgang holt die leicht löslichen Anteile, ein langer auch die schwer löslichen. Die Zusammensetzung verschiebt sich stetig.
Über die Anzahl der Durchgänge
Mehrere Fraktionen lassen sich getrennt auffangen und später beliebig mischen. Das Endprodukt ist dann eine Rezeptur.
Was daraus folgt
Dass zwei Extrakte aus derselben Anlage und derselben Ernte völlig verschieden sein können. Die Verfahrensangabe unterscheidet sie nicht.
Woher das Verfahren ursprünglich kommt
Aus der Lebensmittelindustrie
Es wird seit Jahrzehnten eingesetzt, unter anderem zur Entkoffeinierung von Kaffee und zur Gewinnung von Hopfenextrakt.
Warum das relevant ist
Weil die Anlagentechnik und die Sicherheitsanforderungen gut beschrieben sind. Es ist kein improvisiertes Verfahren.
Warum es trotzdem kein Gütesiegel ist
Weil dieselbe Technik gut und schlecht geführt werden kann. Die Herkunft aus einer regulierten Industrie überträgt sich nicht automatisch.
Was sich daraus übernehmen lässt
Die Erwartung, dass ein Betreiber seine Parameter kennt und benennen kann. Wer sie nicht nennt, hat sie womöglich nicht aufgezeichnet.
Warum Restfeuchte im Material stört
Sie bindet einen Teil des Lösungsmittels
Wasser und CO₂ reagieren miteinander, und das bindet Kapazität. Weniger davon steht für die Zielstoffe zur Verfügung.
Sie verschlechtert die Durchströmung
Feuchtes Material verklumpt und lässt das Lösungsmittel ungleichmäßig passieren. Ein Teil der Charge wird schlechter erfasst.
Sie landet im Extrakt
Was an Wasser mitgeht, muss später entfernt werden. Ein zusätzlicher Schritt, der ohne Not entstanden ist.
Was daraus folgt
Dass die Trocknung vor der Extraktion mehr über die Ausbeute entscheidet als jede Feineinstellung danach. Der Vorbereitungsschritt wird regelmäßig unterschätzt.
Was wir prüfen und was nicht
Wir prüfen, was sich an Dokumenten prüfen lässt: amtliche Register, deklarierte Gehalte, Analysezertifikate, Divisionen. Wir testen keine Produkte, erstellen keine Ranglisten und behaupten keine Wirkung.
Bei diesem Thema ist die Grenze scharf zu ziehen: das Verfahren steht auf keinem Analysebericht, und die Prozesseinstellung schon gar nicht. Prüfbar ist allein, ob ein Lösungsmittelpanel vorliegt und was darin steht.
Genau deshalb steht hier, was die Angabe tatsächlich behauptet — Rückstandsfreiheit — und welche eine Frage sie auf die Probe stellt.