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Wie die Tageslänge die Blüte auslöst

Redaktion cbdlovers 17 min

Die Pflanze misst nicht, wie lang der Tag ist. Sie misst, wie lang die ununterbrochene Dunkelheit war. Das klingt nach einer Formulierungsfrage und ist die wichtigste Einzelheit des ganzen Themas.

Aus dieser Umkehrung folgt alles Weitere: warum eine Taschenlampe mitten in der Nacht einen ganzen Durchgang verschieben kann, warum automatisch blühende Sorten dieses System aufgeben mussten, warum derselbe Samen in Lissabon und in Kopenhagen zu verschiedenen Zeiten blüht.

Diese Seite geht den Vorgang durch: was gemessen wird, womit gemessen wird, was den Umschlag auslöst, und was danach in der Pflanze geschieht.

⚠️ Rahmen. Diese Seite beschreibt ein Material, seine Beurteilung und die zugehörigen Dokumente. Sie beschreibt nicht, was ein Produkt bei einer Person bewirkt, nennt keine Mengen und ersetzt keine Fachperson.

🔴 Warum die Nacht gemessen wird und nicht der Tag

Der klassische Versuch

Man verlängert die Nacht und beobachtet nichts Besonderes. Man unterbricht sie kurz mit Licht, und die Blüte bleibt aus.

Was daraus folgt

Nicht die Summe der dunklen Stunden zählt, sondern der längste Block am Stück. Eine Unterbrechung setzt die Zählung zurück.

Warum die Sprache trotzdem vom Tag spricht

Weil sich Tageslänge leichter denken lässt. Solange Tag und Nacht sich zu vierundzwanzig Stunden ergänzen, führen beide Denkweisen zum selben Ergebnis.

Wann sie auseinanderfallen

Sobald künstliches Licht ins Spiel kommt. Dann sind die beiden Denkweisen nicht mehr austauschbar, und nur eine davon stimmt.

Was praktisch daraus folgt

Die Dunkelphase ist der geschützte Teil. Alles, was an einer Anlage abgedichtet wird, wird ihretwegen abgedichtet.

Das Pigment, das misst

Was es ist

Ein Farbstoff in den Blättern, der zwischen zwei Zuständen wechselt. Er ist der Sensor der Pflanze.

Wie der Wechsel abläuft

Rotes Licht bringt ihn in den einen Zustand, dunkelrotes Licht in den anderen. Im Dunkeln kehrt er langsam von selbst zurück.

Warum das eine Uhr ergibt

Die Rückkehr im Dunkeln braucht Zeit. Wie weit sie fortgeschritten ist, wenn das Licht wiederkommt, sagt der Pflanze, wie lang die Nacht war.

Warum eine kurze Unterbrechung genügt

Weil sie den Sensor sofort zurücksetzt. Die Uhr beginnt von vorn, unabhängig davon, wie viel Nacht schon vergangen war.

Warum grünes Licht eine Sonderrolle hat

Weil der Sensor darauf deutlich schwächer anspricht. Es ist der Grund, aus dem in Betrieben grüne Leuchten für Arbeiten in der Dunkelphase verwendet werden.

Wie die Umschaltung abläuft

Der Auslöser

Mehrere aufeinanderfolgende Nächte, die länger sind als ein bestimmter Wert. Eine einzelne genügt nicht.

Was danach geschieht

In den Blättern entsteht ein Signalstoff, der zu den Triebspitzen wandert und dort das Wachstum umstellt.

Warum die Blätter der Ort der Messung sind

Weil dort der Sensor sitzt. Eine Pflanze ohne Blätter misst nicht.

Warum die Umstellung nicht sofort sichtbar ist

Weil zuerst die Anlagen umgebaut werden. Sichtbare Blütenansätze erscheinen ein bis zwei Wochen später.

Warum die Reihenfolge zählt

Wer die Umstellung an sichtbaren Zeichen ablesen will, ist zwei Wochen im Rückstand. Der Kalender ist genauer als das Auge.

Warum die ununterbrochene Nacht zählt

Der Grundsatz

Der längste Block an Dunkelheit entscheidet. Zwei Blöcke von sechs Stunden sind nicht ein Block von zwölf.

Was in der Praxis unterbricht

Eine Taschenlampe, eine Kontrollleuchte am Gerät, Licht aus einem Nachbarraum, eine Straßenlaterne vor dem Fenster.

Wie wenig genügt

Wenige Minuten schwaches Licht können ausreichen. Es ist eine der empfindlichsten Größen im ganzen Anbau.

Was das Ergebnis ist

Die Blüte verzögert sich oder setzt aus. In fortgeschrittenem Zustand kann die Pflanze in den vegetativen Zustand zurückkehren.

Warum das der teuerste Fehler ist

Weil er Wochen kostet und weil er sich nicht beheben lässt. Die verlorene Zeit ist verloren.

🔴 Der Lichteinfall in der Praxis

Die Kontrollleuchten

Netzteile, Zeitschaltuhren, Klimageräte. Kleine Leuchtdioden, die niemand für Licht hält.

Der Türspalt

Der häufigste Weg. Ein Zelt in einem Raum, dessen Deckenlicht abends brennt.

Die Abluftöffnungen

Sie sind für Luft gemacht und nicht für Dunkelheit. Ein Lichtfallenaufsatz löst es.

Warum die eigene Wahrnehmung täuscht

Das Auge passt sich an und findet einen Raum dunkel, in dem die Pflanze deutlich mehr wahrnimmt. Die Prüfung erfolgt nach fünf Minuten im Dunkeln.

Wie man es prüft

In der Dunkelphase hineingehen, warten, bis sich die Augen angepasst haben, und nach jeder sichtbaren Quelle suchen. Nur so.

Die kritische Nachtlänge

Was der Begriff bezeichnet

Die Dauer, ab der eine Sorte umschaltet. Sie ist eine Eigenschaft der Sorte und keine allgemeine Größe.

Der übliche Bereich

Bei den meisten Sorten liegt sie um zehn bis zwölf Stunden. Der verbreitete Rhythmus mit zwölf Stunden Licht und zwölf Stunden Dunkelheit liegt darüber und wirkt deshalb bei fast allen.

Warum manche Sorten früher umschalten

Weil sie aus Regionen stammen, in denen der Sommer kurz ist. Sie sind auf ein früheres Signal eingestellt.

Warum manche später umschalten

Weil sie aus Regionen nahe dem Äquator stammen, wo sich die Tageslänge kaum ändert. Sie brauchen ein deutlicheres Signal.

Was das für den Freilandanbau bedeutet

Eine Sorte aus niedrigen Breiten blüht in Nordeuropa zu spät für das Wetter. Die Herkunft bestimmt, wo sie funktioniert.

Der Wechsel unter Dach

Was gesteuert wird

Die Beleuchtungsdauer, per Zeitschaltuhr. Der Übergang findet an einem gewählten Tag statt.

Der übliche vegetative Rhythmus

Achtzehn Stunden Licht und sechs Stunden Dunkelheit, gelegentlich auch durchgehend. Die Nacht bleibt unter der kritischen Länge.

Der übliche Blührhythmus

Zwölf Stunden Licht und zwölf Stunden Dunkelheit. Ein Wert deutlich über der kritischen Nachtlänge fast aller Sorten.

Warum genau zwölf

Weil er einfach ist und sicher wirkt. Es ist eine Konvention, kein biologisch bestimmter Wert.

Was der Zeitpunkt des Wechsels bestimmt

Die Endgröße der Pflanze. Nach dem Wechsel wächst sie noch, aber sie wächst nicht mehr lange.

Der Verlauf im Freiland

Was den Zeitpunkt bestimmt

Der Lauf des Jahres. Nach der Sommersonnenwende werden die Nächte länger, und irgendwann überschreiten sie die kritische Länge.

Warum das keinen Wechsel an einem Tag ergibt

Weil sich die Nachtlänge langsam ändert. Der Übergang zieht sich über Tage.

Warum Pflanzen im Freiland ungleichmäßig umschalten

Weil sie sich in ihrer kritischen Nachtlänge unterscheiden, wenn sie aus Samen stammen. Die Streuung schlägt hier durch.

Was das für die Ernte bedeutet

Der Bestand wird nicht an einem Tag reif. Es sind mehrere Arbeitsgänge einzuplanen.

Warum Ausnahmen möglich sind

Eine Straßenlaterne an einem Feldrand kann die Pflanzen in ihrer Nähe verzögern. Der Effekt ist beobachtbar.

Die Breitengrade

Was sich mit der Breite ändert

Der Unterschied zwischen dem längsten und dem kürzesten Tag. Nahe am Äquator ist er klein, in hohen Breiten groß.

Was das für die Blühauslösung bedeutet

In hohen Breiten ist das Signal deutlich und kommt spät. In niedrigen Breiten ist es schwach und kommt früh.

Warum Sorten nicht beliebig verschiebbar sind

Eine Sorte, die auf ein schwaches Signal wartet, bekommt es in Nordeuropa erst im Herbst. Dann ist die Jahreszeit gegen sie.

Warum die umgekehrte Richtung leichter ist

Eine Sorte aus hohen Breiten blüht in südlicheren Regionen früh. Sie liefert weniger, aber sie liefert.

Was daraus für die Sortenwahl folgt

Der Standort geht der Vorliebe vor. Es ist die erste Entscheidung im Freilandanbau.

Die Hemisphäre

Was sich umkehrt

Der Jahreslauf. Der längste Tag der südlichen Hemisphäre fällt in den Dezember.

Warum das für die Züchtung zählt

Zwei Generationen pro Jahr sind möglich, wenn zwischen den Hemisphären gewechselt wird. Es halbiert die Zeit bis zu einer gefestigten Linie.

Warum es für den Handel zählt

Frische Ware ist ganzjährig verfügbar, wenn beide Hemisphären beliefern. Der Jahreszeitenzyklus verschwindet aus dem Regal.

Was dabei zu prüfen bleibt

Die Vorschriften des Anbaulands und die Einfuhrbestimmungen. Beide sind unabhängig vom Erntezeitpunkt.

Warum der Verpackungstermin trotzdem zählt

Weil ganzjährige Verfügbarkeit nicht heißt, dass die einzelne Packung frisch ist. Es bleibt eine Frage nach dem Datum.

Die Streckung nach dem Wechsel

Was geschieht

In den ersten zwei bis drei Wochen nach der Umstellung wächst die Pflanze deutlich in die Höhe.

Wie stark

Je nach Sorte zwischen der Hälfte und dem Doppelten der Ausgangshöhe. Es ist die größte Unbekannte in jeder Planung.

Warum das den Zeitpunkt bestimmt

Wer zu spät umschaltet, hat am Ende Pflanzen, die an die Lampe stoßen. Der Abstand ist begrenzt.

Wie darauf reagiert wird

Durch früheren Wechsel, durch Erziehung der Triebe oder durch die Wahl einer Sorte mit geringerer Streckung.

Warum es sortenabhängig ist

Weil das Merkmal mit der Herkunft zusammenhängt. Es ist eines der Merkmale, auf die ausgelesen wird.

Was in der Blüte geschieht

Der Aufbau der Blütenstände

Aus den Ansätzen an den Trieben entstehen dichte Stände. Der sichtbare Teil des Vorgangs.

Die Drüsen

Sie bilden sich an Deckblättern und Blütenteilen und füllen sich im Verlauf. Der eigentliche Ort dessen, worum es geht.

Die Verschiebung im Bedarf

Die Pflanze braucht weniger Stickstoff und mehr von anderen Nährstoffen. Der Grund für die Umstellung der Düngung.

Die Narben

Sie treten aus den Blüten aus und verfärben sich im Verlauf. Ein Reifezeichen, das weniger genau ist als die Drüsen.

Warum die Dauer feststeht

Sie ist ein Merkmal der Sorte und lässt sich nicht abkürzen. Länger warten geht, kürzer nicht.

Die Dauer bis zur Ernte

Der übliche Bereich

Zwischen sieben und zwölf Wochen nach dem Wechsel, je nach Sorte. Innerhalb einer Sorte streut es um etwa zwei Wochen.

Warum die Angabe im Katalog ein Richtwert ist

Weil sie unter bestimmten Bedingungen ermittelt wurde. Temperatur und Lichtmenge verschieben sie.

Woran der Zeitpunkt tatsächlich bestimmt wird

An den Drüsen unter der Lupe, nicht am Kalender und nicht an den Narben. Es ist das genaueste verfügbare Zeichen.

Warum früher geerntet wird als möglich

Weil jede zusätzliche Woche Kosten verursacht und weil das Geruchsbild sich verschiebt. Es ist eine Abwägung, keine Regel.

Warum später geerntet wird als üblich

Weil sich mit der Zeit der Anteil bestimmter Verbindungen verschiebt. Auch das ist eine Entscheidung über das Ergebnis.

Warum Zurückschalten möglich ist

Der Vorgang

Wird die Nacht wieder verkürzt, kehrt die Pflanze in den vegetativen Zustand zurück. Sie bildet neue Blätter und stellt die Blüte ein.

Wo das absichtlich genutzt wird

Um aus einer bereits blühenden Pflanze eine Mutterpflanze zu machen. Ein Weg, eine Auslese zu retten, die man sonst verloren hätte.

Was es kostet

Zeit. Die Pflanze braucht Wochen, um sich umzustellen, und sieht danach ungewöhnlich aus.

Wo es unabsichtlich geschieht

Bei Lichteinfall in der Dunkelphase. Dieselbe Ursache, unerwünschtes Ergebnis.

Warum das die Empfindlichkeit belegt

Es zeigt, dass die Umstellung kein einmaliger Schalter ist, sondern ein laufend gemessener Zustand.

Die Zwittrigkeit unter Belastung

Was geschieht

Eine weibliche Pflanze bildet einzelne männliche Blüten und bestäubt sich selbst oder Nachbarn.

Wann es geschieht

Unter Belastung: Lichteinfall in der Dunkelphase, starke Temperaturschwankungen, verspätete Ernte.

Warum das Folgen hat

Bestäubte Blüten bilden Samen und stellen die weitere Entwicklung der Drüsen ein. Der Ertrag sinkt deutlich.

Warum es einen ganzen Raum betrifft

Weil Pollen sich verteilen. Eine einzelne Pflanze kann einen Bestand bestäuben.

Was daraus folgt

Die Sorgfalt in der Dunkelphase hat zwei Gründe: den Zeitplan und die Zwittrigkeit. Der zweite ist der teurere.

Automatisch blühende Sorten

Was sie anders machen

Sie blühen nach einer bestimmten Zeit statt nach einer bestimmten Nachtlänge. Die Messung entfällt.

Woher das Merkmal stammt

Aus einer Unterart, die an sehr kurze Sommer in hohen Breiten angepasst ist. Dort ist die Zeit ein verlässlicheres Signal als das Licht.

Was daraus folgt

Sie sind gegen Lichteinfall unempfindlich und lassen sich unter jeder Beleuchtungsdauer führen.

Warum trotzdem lange belichtet wird

Weil mehr Licht mehr Wachstum bedeutet. Ohne Umschaltung gibt es keinen Grund, die Beleuchtung zu verkürzen.

Was sie kosten

Die Steuerbarkeit. Der Zeitpunkt der Ernte steht mit dem Aussaattag fest und lässt sich nicht verschieben.

Die Lichtqualität

Warum sie hier auftaucht

Weil der Sensor auf bestimmte Wellenlängen anspricht. Nicht jedes Licht wirkt gleich.

Rotes und dunkelrotes Licht

Sie sind die beiden Enden des Schalters. Ihr Verhältnis bestimmt, in welchem Zustand der Sensor steht.

Warum das im Freiland zählt

Unter einem Blätterdach verschiebt sich das Verhältnis. Die Pflanze erkennt daran, dass sie beschattet wird.

Was daraus folgt

Beschattung führt zu Streckung. Die Pflanze wächst der Konkurrenz davon, statt in die Breite zu gehen.

Warum das für die Bestandsdichte zählt

Zu eng gestellte Pflanzen strecken sich gegenseitig. Der Abstand ist eine Entscheidung über die Form.

Was das für den Betrieb bedeutet

Die Planbarkeit

Der Wechsel liegt an einem gewählten Tag. Von dort an ist der Erntetermin auf wenige Tage bestimmbar.

Die Zahl der Durchgänge

Ein Raum unter Dach liefert mehrere Durchgänge pro Jahr. Im Freiland ist es einer.

Die Abdichtung

Sie ist ein Bauteil und keine Nebensache. Jede Öffnung ist ein Risiko für den ganzen Durchgang.

Die Zeitschaltuhr

Das Bauteil mit dem größten Schaden bei Ausfall. Betriebe halten ein Ersatzgerät bereit.

Die Sortenwahl

Sie legt Blühdauer und Streckung fest. Beide sind Kostenfaktoren, bevor sie Merkmale des Erzeugnisses sind.

Was das für ein Erzeugnis bedeutet

Für die Gleichmäßigkeit

Ein gesteuerter Durchgang liefert einheitlichere Chargen als ein Freilandbestand. Die Ursache ist der gemeinsame Erntetermin.

Für den Erntezeitpunkt

Er entscheidet über das Geruchsbild und über die Zusammensetzung. Zwei Wochen Unterschied sind im Ergebnis zu bemerken.

Für den Preis

Belichtung ist der größte Energieposten im Anbau unter Dach. Er steht hinter dem Preisunterschied zwischen Anbauarten.

Für den Bericht

Er misst, was am Erntetag vorlag. Der Zeitpunkt der Ernte ist die Entscheidung, die er abbildet.

Für den Käufer

Nichts davon steht auf einer Verpackung. Es erklärt aber, warum zwei Chargen derselben Sorte verschieden ausfallen.

Wann im Anbau geprüft wird

Der vorgeschriebene Zeitpunkt

Die amtliche Probenahme für den Gehalt erfolgt in einem festgelegten Zeitfenster der Blüte, nach einem vorgeschriebenen Verfahren.

Warum der Zeitpunkt der Blüte dafür entscheidend ist

Weil sich die Zusammensetzung im Verlauf verschiebt. Eine Probe zu Beginn und eine am Ende liefern verschiedene Werte.

Was das mit der Lichtsteuerung zu tun hat

Der Wechsel der Beleuchtungsdauer setzt die Uhr, an der dieses Zeitfenster hängt. Wer den Termin verschiebt, verschiebt auch die Probenahme.

Warum das im Freiland unbequemer ist

Weil der Bestand nicht an einem Tag umschaltet. Das Zeitfenster gilt trotzdem für die Fläche als Ganzes.

Was daraus folgt

Die Lichtsteuerung ist nicht nur eine Frage des Ertrags, sondern auch eine der Nachweisführung. Beide hängen am selben Datum.

Ein kurzes Glossar

Kritische Nachtlänge

Die Dauer ununterbrochener Dunkelheit, ab der eine Sorte in die Blüte umschaltet.

Photoperiode

Das Verhältnis von Licht- und Dunkelphase innerhalb von vierundzwanzig Stunden.

Vegetative Phase

Der Zustand vor der Blüte, in dem die Pflanze Blätter und Triebe bildet.

Streckung

Das ausgeprägte Höhenwachstum in den ersten Wochen nach der Umstellung.

Zwittrigkeit

Die Bildung männlicher Blüten an einer weiblichen Pflanze, meist unter Belastung.

Automatisch blühende Sorte

Eine Sorte, die nach einer bestimmten Zeit blüht statt nach einer bestimmten Nachtlänge.

Die fünf Prüfungen, die für jedes Produkt gelten

Das Chargenzertifikat

Mit der Nummer von der Verpackung anfordern. Ein allgemeines Dokument für die Produktlinie deckt diese Charge nicht ab.

Das Gesamt-THC

Delta-9-THC plus THCA multipliziert mit 0,877, weil THCA bei Wärme zu THC wird und der Grenzwert für die Summe gilt.

Der Preis pro Gramm

Eine Division, keine Meinung. Die einzige Zahl, die zwei Angebote vergleichbar macht.

Die Angaben

Ohne Zulassungsnummer im EU-Register sind es Behauptungen, keine Daten — und für Cannabidiol enthält dieses Register bis heute keinen zugelassenen Eintrag.

Die Angaben des Verkäufers

Firmenname, Adresse und Kontakt. Fehlen sie, fehlt auch die Gegenseite, an die man sich wenden könnte.

Wie das mit dem Rest zusammenhängt

Mit der Anbauart

Unter Dach ist die Dauer eine Einstellung, im Freiland eine Jahreszeit. Es ist der wesentliche Unterschied zwischen beiden.

Mit dem Erntezeitpunkt

Die Umstellung setzt die Uhr in Gang. Der Erntetermin wird danach an den Drüsen abgelesen.

Mit den automatisch blühenden Sorten

Sie sind die Ausnahme von allem auf dieser Seite. Deshalb lassen sie sich auch nicht klonen.

Mit der Streuung aus Samen

Sie betrifft auch die kritische Nachtlänge. Deshalb schaltet ein Freilandbestand aus Samen ungleichmäßig um.

Wozu das praktisch dient

Beim Einrichten eines Raums

Die Dunkelphase abdichten, bevor irgendetwas anderes eingerichtet wird. Es ist die empfindlichste Größe.

Bei der Sortenwahl für das Freiland

Auf die Herkunft achten. Eine Sorte aus niedrigen Breiten blüht in Nordeuropa zu spät.

Beim Lesen einer Blühdauer im Katalog

Sie ist ein Richtwert unter bestimmten Bedingungen. Der Erntetermin wird an der Pflanze abgelesen.

Was diese Seite veröffentlicht

Verfahren, überprüfbare Dokumente und Rechnungen. Keine Wirkversprechen — dafür enthält das EU-Register keinen zugelassenen Eintrag.

Häufige Fragen

Was löst die Blüte aus? Mehrere aufeinanderfolgende Nächte, die länger sind als die kritische Nachtlänge der Sorte.

Warum zählt die Nacht und nicht der Tag? Weil der Sensor in den Blättern im Dunkeln zurückkehrt und diese Rückkehr die Uhr ist. Licht setzt sie zurück.

Genügt eine kurze Unterbrechung wirklich? Ja. Wenige Minuten schwaches Licht können die Zählung zurücksetzen und die Blüte verzögern.

Warum wird in Betrieben grünes Licht verwendet? Weil der Sensor darauf deutlich schwächer anspricht als auf rotes. Arbeiten in der Dunkelphase werden damit möglich.

Was bedeutet zwölf Stunden Licht und zwölf Stunden Dunkelheit? Ein Rhythmus, dessen Dunkelphase über der kritischen Nachtlänge fast aller Sorten liegt. Eine Konvention, kein biologischer Wert.

Warum strecken sich Pflanzen nach der Umstellung? Weil das Höhenwachstum in den ersten Wochen der Blüte noch anhält. Je nach Sorte um die Hälfte bis das Doppelte.

Kann eine Pflanze zurück in den vegetativen Zustand? Ja, wenn die Nacht wieder verkürzt wird. Es dauert Wochen und wird gezielt für Mutterpflanzen genutzt.

Was verursacht Zwittrigkeit? Belastung, darunter Lichteinfall in der Dunkelphase, Temperaturschwankungen und verspätete Ernte.

Warum sind automatisch blühende Sorten unempfindlich? Weil sie nach Zeit blühen statt nach Nachtlänge. Sie verwenden das beschriebene System nicht.

Warum blüht dieselbe Sorte je nach Ort zu anderer Zeit? Weil sich die Nachtlänge mit dem Breitengrad ändert. Die Herkunft der Sorte bestimmt, wo sie passt.

Wie lange dauert die Blüte? Je nach Sorte sieben bis zwölf Wochen nach der Umstellung. Innerhalb einer Sorte streut es um etwa zwei Wochen.

Woran wird der Erntetermin abgelesen? An den Drüsen unter der Lupe. Der Kalender und die Farbe der Narben sind ungenauer.

Was passiert bei einem Ausfall der Zeitschaltuhr? Die Dunkelphase verschiebt sich oder entfällt. Es ist das Bauteil mit dem größten Schaden bei Ausfall, weshalb Betriebe ein Ersatzgerät bereithalten.

Was wir prüfen und was nicht

Wir prüfen, was sich anhand von Dokumenten prüfen lässt: amtliche Register, deklarierte Gehalte, Analysezertifikate, Divisionen. Wir testen keine Produkte, erstellen keine Ranglisten und behaupten keine Wirkung.

Bei diesem Thema ist die Besonderheit, dass eine der empfindlichsten Größen des gesamten Anbaus kostenlos ist. Dunkelheit lässt sich nicht kaufen und nicht verbessern — sie lässt sich nur nicht stören. Der teuerste Fehler in einem Anbauraum ist eine Leuchtdiode, die niemand für Licht hielt.

Was in Reichweite bleibt, ist die Erkenntnis, dass der Erntetermin eine Entscheidung ist und kein Naturereignis. Was daraus wurde, steht im Prüfbericht zur Charge — und die zwei Wochen Unterschied sind darin zu sehen.