Warum aus einer Tüte Samen verschiedene Pflanzen werden
Zehn Samen aus derselben Tüte liefern zehn verschiedene Pflanzen. Nicht weil bei der Herstellung etwas schiefging, sondern weil geschlechtliche Vermehrung neu mischt. Das ist der Vorgang, nicht ein Fehler darin.
Was daraus folgt, ist eine Verteilung und keine Zahl. Die Eltern legen fest, wo die Mitte liegt und wie breit sie streut — sie legen nicht fest, was eine einzelne Pflanze wird.
Und daraus folgt der Rest: was der Markt Phänotypensuche nennt, ist das Ziehen einer Stichprobe aus dieser Verteilung. Wie viel man findet, hängt davon ab, wie viele Pflanzen man ansieht.
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🔴 Warum aus denselben Eltern Verschiedenes entsteht
Die Neukombination
Jeder Elternteil gibt die Hälfte seiner Erbanlagen weiter, und welche Hälfte, entscheidet sich bei jedem Samenkorn neu.
Warum das keine kleine Zahl von Möglichkeiten ergibt
Weil viele Anlagen unabhängig voneinander weitergegeben werden. Die Zahl der Kombinationen ist größer als jede Aussaat.
Warum Geschwister trotzdem ähnlich sind
Weil sie aus demselben Vorrat schöpfen. Was beide Eltern gemeinsam haben, geben beide weiter.
Was daraus folgt
Ähnlich, nicht gleich. Der Unterschied zwischen diesen beiden Wörtern ist der Inhalt dieser Seite.
Warum das nur bei Samen gilt
Ein Steckling ist eine Kopie ohne Neumischung. Er ist die einzige Vermehrungsart ohne Streuung.
Genotyp und Phänotyp
Was der Genotyp ist
Die Erbanlage, wie sie im Samen steht. Sie ändert sich im Leben der Pflanze nicht.
Was der Phänotyp ist
Die tatsächliche Ausprägung. Sie entsteht aus der Anlage und aus allem, was die Pflanze erlebt hat.
Warum das nicht dasselbe ist
Zwei Pflanzen mit identischer Anlage können unterschiedlich aussehen, wenn Licht, Wasser und Nährstoffe unterschiedlich waren.
Warum der Begriff trotzdem verschoben verwendet wird
Im Markt heißt Phänotyp meist eine ausgelesene Linie: die Pflanze Nummer sieben aus einer Aussaat, die weitergeführt wurde. Streng genommen ist das eine Auslese, kein Phänotyp.
Warum die Unterscheidung praktisch zählt
Weil sie erklärt, warum derselbe Klon in zwei Betrieben zwei Ergebnisse liefert. Die Anlage ist gleich, der Phänotyp nicht.
Was tatsächlich streut
Fünf Merkmale
Wuchsform, Blühdauer, Geruchsbild, Gehalt und Widerstandsfähigkeit. Alle fünf zugleich und unabhängig voneinander.
Warum die Unabhängigkeit zählt
Die Pflanze mit dem besten Geruch ist nicht dieselbe wie die mit dem höchsten Gehalt. Man wählt eine Kombination, keinen Bestwert.
Was das für die Auslese bedeutet
Sie ist immer ein Kompromiss. Wer nur auf ein Merkmal auslesen will, findet es und bezahlt woanders.
Warum manche Merkmale zusammenhängen
Einige Anlagen liegen nahe beieinander und werden häufig gemeinsam weitergegeben. Die Kopplung ist bekannt und nicht vollständig kartiert.
Was daraus folgt
Die Suche ist mehrdimensional. Es gibt keine Rangliste, nur Pflanzen, die für einen bestimmten Zweck besser passen.
Die Wuchsform
Was streut
Höhe, Abstand zwischen den Knoten, Verzweigung, Blattbreite. Vier Merkmale, die den Bestand unterschiedlich aussehen lassen.
Warum sie zuerst auffällt
Weil sie in den ersten Wochen sichtbar wird, lange vor allem anderen. Sie ist das früheste Merkmal.
Warum sie praktisch zählt
Ein ungleichmäßiger Bestand nutzt das Licht schlechter. Unter Dach ist das ein unmittelbarer Verlust.
Wonach ausgelesen wird
Meist nach kurzen Abständen zwischen den Knoten und gleichmäßigem Wuchs. Beides erleichtert die Arbeit.
Warum sie trotzdem selten den Ausschlag gibt
Weil sie sich durch Erziehung beeinflussen lässt. Ein hoher Wuchs ist ein Umstand, kein Ausschluss.
Die Blühdauer
Was streut
Der Zeitraum zwischen dem Beginn der Blüte und der Erntereife. Zwischen Geschwistern liegen häufig zwei Wochen.
Warum das im Betrieb zählt
Ein Bestand mit unterschiedlicher Blühdauer wird nicht an einem Tag reif. Das bedeutet mehrere Arbeitsgänge statt einem.
Warum es im Freiland stärker zählt
Weil das Wetter im Herbst gegen die späteren Pflanzen arbeitet. Zwei Wochen können der Unterschied zwischen Ernte und Verlust sein.
Wonach ausgelesen wird
Nach der kürzeren Dauer, sofern die übrigen Merkmale stimmen. Zeit ist im Anbau ein Kostenfaktor.
Warum die längere manchmal gewählt wird
Weil längere Blühdauer bei manchen Linien mit einem ausgeprägteren Geruchsbild einhergeht. Es ist eine Abwägung.
🔴 Das Geruchsbild
Warum es am stärksten streut
Weil es von vielen Verbindungen in wechselndem Verhältnis erzeugt wird. Viele Anlagen bedeuten viele Kombinationen.
Warum es zugleich am schwersten zu beurteilen ist
Weil es sich nicht messen lässt wie eine Zahl. Ein Analysebericht nennt Anteile, kein Bild.
Warum es trotzdem meist entscheidet
Weil es das Merkmal ist, das ein Käufer wahrnimmt. Alles andere steht auf einem Blatt Papier.
Was eine Terpenanalyse leistet
Sie zählt die Hauptverbindungen und ihre Anteile. Das ist mehr als nichts und weniger als das Bild.
Was daraus folgt
Die Auslese auf Geruch ist der einzige Schritt, der ausschließlich durch einen Menschen erfolgt. Es gibt kein Gerät, das ihn ersetzt.
Der Gehalt
Was streut
Das Verhältnis der Hauptcannabinoide und die absolute Höhe. Beides unabhängig voneinander.
Warum das Verhältnis wichtiger ist als die Höhe
Weil es darüber entscheidet, ob ein Bestand die rechtlichen Vorgaben einhält. Ein hohes Verhältnis zugunsten von THC schließt ihn aus.
Wie das Verhältnis vererbt wird
Über wenige Anlagen mit deutlichem Effekt. Es ist einer der besser verstandenen Punkte in der Vererbung dieser Art.
Wann es geprüft wird
Im Anbau in der Union zu festgelegten Zeitpunkten, nach vorgeschriebenem Verfahren. Es ist keine freiwillige Angabe.
Warum das die Auslese begrenzt
Eine Pflanze mit ausgezeichnetem Geruch und zu hohem THC-Wert scheidet aus. Die Vorgabe steht über der Wahl.
Die Widerstandsfähigkeit
Was streut
Die Empfindlichkeit gegen Pilzbefall, gegen Schädlinge und gegen Trockenheit oder Nässe.
Warum sie schwer zu beurteilen ist
Weil sie sich erst zeigt, wenn die Belastung eintritt. In einem guten Jahr sieht jeder Bestand widerstandsfähig aus.
Warum die Blütendichte damit zusammenhängt
Dichte Blütenstände trocknen innen langsamer und sind anfälliger. Ein Merkmal, das für das Aussehen spricht und gegen die Haltbarkeit.
Warum das im Freiland den Ausschlag gibt
Weil dort keine Steuerung möglich ist. Die Widerstandsfähigkeit ist das wichtigste Merkmal ohne Dach.
Warum sie unter Dach zurücktritt
Weil Klima und Luftführung geregelt werden. Die Anlage kompensiert, was die Pflanze nicht mitbringt.
Warum die Streuung von den Eltern abhängt
Der Grundsatz
Je unterschiedlicher die Eltern, desto breiter die Verteilung. Je ähnlicher, desto schmaler.
Was das für frische Kreuzungen bedeutet
Sie streuen stark, weil zwei verschiedene Herkünfte zusammenkommen. Die erste Generation ist die unberechenbarste.
Was das für gefestigte Linien bedeutet
Sie streuen wenig, weil über Generationen auf Gleichheit ausgelesen wurde. Der Aufwand steckt in der Vorgeschichte.
Warum die Angabe selten gemacht wird
Weil sie den Grad der Arbeit offenlegt. Ein Katalog nennt lieber einen Namen als eine Generation.
Was zu fragen ist
Um welche Generation es sich handelt. Die Antwort sagt mehr über die zu erwartende Gleichheit als jede Beschreibung.
Eine gefestigte Linie
Wie sie entsteht
Durch wiederholtes Auslesen und Kreuzen innerhalb derselben Abstammung, über viele Generationen.
Was dabei geschieht
Die Anlagen für die ausgelesenen Merkmale liegen zunehmend in gleicher Ausführung vor. Es gibt weniger zu mischen.
Wie lange das dauert
Mehrere Jahre, abhängig von der Zahl der Generationen pro Jahr und der Fläche. Es ist der langsamste Teil der Züchtung.
Was sie leistet
Eine Aussaat, die einem Klon nahekommt, ohne dessen Nachteile. Der Grund, aus dem Sortenkataloge auf Festigkeit bestehen.
Warum sie im Markt selten ist
Weil ein Katalog schneller wechselt, als eine Linie fest wird. Es ist ein Widerspruch zwischen Züchtung und Vertrieb.
Eine frische Kreuzung
Was sie ist
Die erste Generation aus zwei verschiedenen Herkünften. Der Beginn einer Züchtung, nicht ihr Ergebnis.
Warum sie trotzdem verkauft wird
Weil sie neu ist und sich benennen lässt. Neuheit lässt sich vermarkten, Festigkeit nicht.
Was sie liefert
Große Streuung und darin gelegentlich außergewöhnliche Einzelpflanzen. Genau das, wonach gesucht wird.
Was sie nicht liefert
Verlässlichkeit. Zwei Käufer derselben Tüte bekommen zwei verschiedene Bestände.
Für wen sie gedacht ist
Für den, der auslesen will. Für einen Betrieb, der gleichmäßige Chargen braucht, ist sie der falsche Ausgangspunkt.
Die Rückkreuzung
Was sie ist
Die Kreuzung einer Nachkommenschaft mit einem der Elternteile. Ein Weg, ein bestimmtes Merkmal zu verstärken.
Wozu sie dient
Um eine gewünschte Eigenschaft eines Elternteils in der Nachkommenschaft häufiger zu machen.
Warum sie die Streuung verringert
Weil die Anlagen des gewählten Elternteils zunehmend überwiegen. Die Verteilung verschiebt sich in seine Richtung.
Was sie kostet
Die Vielfalt. Was die andere Herkunft mitgebracht hätte, geht schrittweise verloren.
Woran man sie im Namen erkennt
An Zusätzen, die eine Generation angeben. Sie stehen im Fachhandel häufiger als im Endkundenkatalog.
Was eine Phänotypensuche ist
Der Vorgang
Eine größere Zahl Samen aussäen, alle Pflanzen bis zur Ernte führen, beurteilen und die beste behalten.
Warum sie so aufwendig ist
Weil die entscheidenden Merkmale erst am Ende sichtbar werden. Man bezahlt den vollen Aufwand für jede Pflanze, bevor man wählt.
Warum sie trotzdem gemacht wird
Weil es keinen anderen Weg gibt. Es existiert kein Verfahren, das Geruch und Gehalt am Sämling vorhersagt.
Was am Ende behalten wird
Eine Pflanze. Von ihr wird ein Steckling genommen, und aus der Streuung wird Sicherheit.
Warum sie genau einmal stattfindet
Weil die Kopie danach übernimmt. Die Suche ist der Übergang von der Verteilung zum Punkt.
Wie viele Pflanzen nötig sind
Die einfache Überlegung
Je seltener die gesuchte Kombination, desto größer die Stichprobe. Es ist eine Frage der Wahrscheinlichkeit.
Was in der Praxis üblich ist
Zwischen einigen Dutzend und mehreren Hundert, abhängig von der Breite der Streuung und dem Anspruch.
Warum kleine Zahlen wenig bringen
Wer zehn Pflanzen ansieht, findet die beste unter zehn. Ob sie gut ist, sagt das nicht.
Was das über den Preis erklärt
Eine Linie aus einer großen Suche hat viele Pflanzen gekostet, die nicht gewählt wurden. Der Aufwand steckt im Preis.
Warum die Zahl selten genannt wird
Weil sie den Anspruch offenlegt. Sie ist eine der aufschlussreichsten Angaben und eine der seltensten.
Wonach ausgelesen wird
Nach dem Zweck
Für Blüten auf Geruch und Aussehen, für die Verarbeitung auf Gehalt und Ertrag. Zwei verschiedene Auslesen aus derselben Aussaat.
Nach der Wiederholbarkeit
Eine Pflanze, die nur unter idealen Bedingungen überzeugt, ist im Betrieb nicht brauchbar.
Nach der Klonbarkeit
Manche Pflanzen bewurzeln schlecht. Was sich nicht vermehren lässt, ist als Auslese wertlos.
Nach der Einhaltung der Vorgaben
Der Gehalt an Gesamt-THC ist keine Vorliebe, sondern eine Grenze. Sie steht vor allen anderen Kriterien.
Nach der Beständigkeit über Runden
Eine Auslese wird über mehrere Durchgänge geprüft, bevor sie in den Bestand geht. Ein einzelner guter Durchgang beweist wenig.
Wann ausgelesen wird
Am Ende der Blüte
Der eigentliche Zeitpunkt für Geruch, Aussehen und Ertrag. Alles davor ist Vorauswahl.
Nach der Nachreifung
Der Geruch entwickelt sich im Glas weiter. Eine Auslese, die vor der Nachreifung entschieden wurde, ist zu früh entschieden.
Nach dem Prüfbericht
Der Gehalt steht erst danach fest. Er kann eine Pflanze ausschließen, die alles andere erfüllt hat.
Nach dem zweiten Durchgang
Die Bestätigung, dass das Ergebnis kein Zufall war. Der Schritt, der am häufigsten übersprungen wird.
Warum die Reihenfolge zählt
Weil jeder übersprungene Schritt eine Auslese liefert, die im Betrieb nicht hält, was sie im Zelt versprach.
Was mit den übrigen geschieht
Sie werden verarbeitet
Was nicht als Linie taugt, taugt als Rohstoff. Für die Extraktion zählt der Gehalt und nicht das Geruchsbild.
Warum das die Rechnung ändert
Die nicht gewählten Pflanzen sind nicht wertlos. Sie tragen einen Teil der Kosten der Suche.
Warum trotzdem etwas übrig bleibt
Pflanzen, die die Vorgaben nicht einhalten, sind auch als Rohstoff nicht verwendbar. Sie sind der reine Verlust.
Was ein Betrieb daraus lernt
Welche Eltern brauchbare Verteilungen liefern. Das Wissen aus einer Suche geht in die nächste Kreuzung ein.
Warum das der eigentliche Ertrag ist
Nicht die eine Pflanze, sondern die Kenntnis der Verteilung. Sie ist wiederverwendbar, die Pflanze nicht.
Was danach folgt
Der Steckling
Von der gewählten Pflanze wird vermehrt. Ab hier gibt es keine Streuung mehr.
Die Mutterpflanze
Sie wird angelegt und dauerhaft im vegetativen Zustand gehalten. Sie ist die Quelle für alles Weitere.
Die Erprobung im Bestand
Mehrere Durchgänge unter Betriebsbedingungen. Erst danach ersetzt sie eine bestehende Linie.
Der Name
Er wird meist erst jetzt vergeben. Vorher war es eine Nummer aus einer Aussaat.
Warum das die ganze Kette schließt
Von der Verteilung über die Stichprobe zur Kopie. Drei Schritte, an deren Ende ein Name auf einer Verpackung steht.
Warum Namen mit Nummern erscheinen
Was die Nummer bedeutet
Die Position der Pflanze in der Aussaat, aus der sie stammt. Die dritte Pflanze der Reihe wird zur Nummer drei.
Warum sie mitgeführt wird
Weil sie die Auslese von der Sorte unterscheidet. Derselbe Sortenname mit anderer Nummer ist eine andere Linie.
Warum das aussagekräftig ist
Es zeigt, dass eine Auslese stattgefunden hat und dass sie nachvollzogen wird. Eine Angabe, die Arbeit belegt.
Warum sie im Endkundenmarkt selten steht
Weil sie erklärungsbedürftig ist. Ein Katalog verkauft lieber einen Namen als eine Nummer.
Was zu tun ist, wenn sie fehlt
Nachfragen, ob es sich um eine ausgelesene Linie oder um eine Aussaat handelt. Die Antwort erklärt, wie gleichmäßig die Chargen sind.
Was das für einen Käufer bedeutet
Zwei Gläser desselben Namens
Sie können verschieden riechen, und beide Angaben können richtig sein. Der Name beschreibt die Abstammung, nicht das Ergebnis.
Warum der Prüfbericht die Antwort ist
Er misst die Charge und nicht die Sorte. Er ist der einzige Ort, an dem eine Zahl steht.
Warum das kein Mangel des Marktes ist
Es ist eine Eigenschaft biologischer Vermehrung. Jeder Markt mit lebenden Ausgangsstoffen hat sie.
Wo sie am stärksten auffällt
Beim Geruch, weil er das am stärksten streuende Merkmal ist und zugleich das am ehesten wahrgenommene.
Was zu erwarten ist
Ähnlichkeit, nicht Identität. Wer Identität erwartet, wird bei jedem zweiten Kauf enttäuscht.
Warum Sortenkataloge Festigkeit verlangen
Was eine Eintragung voraussetzt
Eine Sorte muss unterscheidbar, einheitlich und beständig sein. Drei Anforderungen, die alle mit Streuung zu tun haben.
Was Einheitlichkeit bedeutet
Die Pflanzen einer Sorte müssen sich in den maßgeblichen Merkmalen hinreichend gleichen. Eine frische Kreuzung erfüllt das nicht.
Was Beständigkeit bedeutet
Die Merkmale müssen über Generationen erhalten bleiben. Eine Sorte, die in der nächsten Aussaat anders ausfällt, ist keine.
Warum das für Hanf besonders zählt
Weil der Anbau in der Union an eingetragene Sorten gebunden ist und weil der Gehalt eines der geprüften Merkmale ist.
Was daraus für Handelsnamen folgt
Sie stehen auf einer anderen Ebene. Ein Katalogname im Handel ist keine Aussage über Einheitlichkeit und wird auch nicht als solche geprüft.
Ein kurzes Glossar
Genotyp
Die Erbanlage einer Pflanze, wie sie im Samen steht. Sie ändert sich im Leben der Pflanze nicht.
Phänotyp
Die tatsächliche Ausprägung, aus Anlage und Umwelt zusammen entstanden.
Gefestigte Linie
Eine über viele Generationen auf Gleichheit ausgelesene Abstammung. Sie streut wenig.
Rückkreuzung
Die Kreuzung einer Nachkommenschaft mit einem Elternteil, um dessen Merkmale zu verstärken.
Phänotypensuche
Das Aussäen einer größeren Zahl Pflanzen, um die beste auszuwählen und zu klonen.
Gemeinsamer Sortenkatalog
Das Verzeichnis der in der Union zum Anbau zugelassenen Sorten. Für Hanf die maßgebliche Liste.
Die fünf Prüfungen, die für jedes Produkt gelten
Das Chargenzertifikat
Mit der Nummer von der Verpackung anfordern. Ein allgemeines Dokument für die Produktlinie deckt diese Charge nicht ab.
Das Gesamt-THC
Delta-9-THC plus THCA multipliziert mit 0,877, weil THCA bei Wärme zu THC wird und der Grenzwert für die Summe gilt.
Der Preis pro Gramm
Eine Division, keine Meinung. Die einzige Zahl, die zwei Angebote vergleichbar macht.
Die Angaben
Ohne Zulassungsnummer im EU-Register sind es Behauptungen, keine Daten — und für Cannabidiol enthält dieses Register bis heute keinen zugelassenen Eintrag.
Die Angaben des Verkäufers
Firmenname, Adresse und Kontakt. Fehlen sie, fehlt auch die Gegenseite, an die man sich wenden könnte.
Wie das mit dem Rest zusammenhängt
Mit der Vermehrungsart
Die Streuung ist der Grund, aus dem geklont wird. Ohne sie gäbe es keinen Anlass für Stecklinge.
Mit den Sortennamen
Ein Name bezeichnet eine Abstammung und keine Ausprägung. Deshalb kann derselbe Name Verschiedenes liefern.
Mit dem Prüfbericht
Er misst, was aus einer Anlage geworden ist. Er ist der einzige Ort mit einer Zahl.
Mit dem Sortenkatalog
Für den Anbau in der Union zählt die eingetragene Sorte, nicht der Handelsname. Zwei Ebenen, die selten zusammen genannt werden.
Wozu das praktisch dient
Beim Kauf von Samen
Nach der Generation fragen. Eine frische Kreuzung streut stark, eine gefestigte Linie kaum.
Beim Vergleich zweier Chargen
Abweichungen sind zu erwarten. Der Bericht zur Charge sagt, wie groß sie sind.
Beim Lesen eines Namens mit Nummer
Sie zeigt eine ausgelesene Linie an. Es ist eine Angabe, die Arbeit belegt.
Was diese Seite veröffentlicht
Verfahren, überprüfbare Dokumente und Rechnungen. Keine Wirkversprechen — dafür enthält das EU-Register keinen zugelassenen Eintrag.
Häufige Fragen
Warum sind Pflanzen aus derselben Tüte verschieden? Weil bei der geschlechtlichen Vermehrung neu gemischt wird. Jedes Samenkorn ist eine eigene Kombination.
Was ist ein Phänotyp? Die tatsächliche Ausprägung einer Pflanze, aus Erbanlage und Umwelt zusammen. Im Markt meint das Wort meist eine ausgelesene Linie.
Was streut am stärksten? Das Geruchsbild, weil es von vielen Verbindungen in wechselndem Verhältnis erzeugt wird.
Wie viele Pflanzen braucht eine Auslese? Zwischen einigen Dutzend und mehreren Hundert. Je seltener die gesuchte Kombination, desto mehr.
Was ist eine gefestigte Linie? Eine über viele Generationen auf Gleichheit ausgelesene Abstammung. Sie streut so wenig, dass es kaum auffällt.
Warum verkaufen Kataloge frische Kreuzungen? Weil sie neu sind und sich benennen lassen. Festigkeit dauert Jahre, ein Name nicht.
Was bedeutet eine Nummer hinter dem Sortennamen? Die Position der ausgelesenen Pflanze in ihrer Aussaat. Sie zeigt, dass eine Auslese stattgefunden hat.
Kann man am Sämling erkennen, was daraus wird? Nein. Geruch und Gehalt zeigen sich erst am Ende der Blüte. Deshalb ist die Suche so aufwendig.
Warum riechen zwei Gläser desselben Namens verschieden? Weil der Name die Abstammung bezeichnet und nicht das Ergebnis. Der Prüfbericht beschreibt die Charge.
Verschwindet die Streuung nach der Auslese? Ja, sobald geklont wird. Ab diesem Punkt gibt es keine Neumischung mehr.
Warum lohnt sich eine große Aussaat? Weil man immer nur die beste unter den angesehenen Pflanzen findet. Zehn Pflanzen ergeben die beste unter zehn, mehr nicht.
Was wir prüfen und was nicht
Wir prüfen, was sich anhand von Dokumenten prüfen lässt: amtliche Register, deklarierte Gehalte, Analysezertifikate, Divisionen. Wir testen keine Produkte, erstellen keine Ranglisten und behaupten keine Wirkung.
Bei diesem Thema ist die Besonderheit, dass sich der entscheidende Schritt jeder Messung entzieht. Die Auslese auf Geruch erfolgt durch einen Menschen, der riecht und entscheidet. Es gibt kein Gerät dafür und kein Dokument darüber.
Was in Reichweite bleibt, ist eine Frage nach der Generation und ein Blick in den Bericht zur Charge. Die erste erklärt, wie viel Streuung zu erwarten war. Der zweite sagt, was daraus tatsächlich wurde.